AUF  DEN  SPUREN  JESU

                                                          

                                  wie geoffenbart an Jakob Lorber

                                          von Helmut aus Österreich


                  WO     LAG      DER      ORT     GENEZARETH ?


Gr.Ev.Joh.2/187/6    "Wenn mich meine alten Augen nicht trügen entdecke ich nun schon den hohen Berg, der von hier aus zur linken die Stadt Genezareth deckt..."

Diese Worte richtete der alte Römer Markus an seine Gäste und den Herrn, als die Gesellschaft mit dem Boot aus der Bucht auf den weiten See hinaus gerudert war. ´Zur linken` zeigt an, dass jener Berg sich nördlich von den Bootsinsassen befand. Die Bucht, in der sich die Behausung von Markus befand, lag unweit von Tiberias an der Westküste des Galiläischen Meeres, heute mit dem Auto nur wenige Minuten See aufwärts.

 

Genezareth lag also hinter dem erwähnten Berg, Magdala (heute Migdal) jedoch davor.
Schon vor ein paar Jahren waren wir hier erfolglos auf der Suche nach der Stelle gewesen, wo sich das Städtchen Genezareth befunden haben mochte.  Der nahe Abend, das mit Gestrüpp verwachsene Gelände und besonders der Umstand, dass es in der Niederschrift Lorbers heisst, die Meerenge damals sei hier kaum 10 Klafter (ca. 15m) breit, hatte uns irritiert. Soweit wir damals feststellten, war die Fortsetzung der großen Bucht linksseitig in Richtung Westen viel breiter, variierte von 50 - 100 Metern.

 

Diesmal jedoch erwies sich das Unternehmen als einfacher, man hatte begonnen das Gebiet zu säubern und landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Einzig die Zäune aus Stacheldraht mußten wir des öfteren überwinden- auf dem Rücken liegend darunter hindurch robben.

 

(Abb.1): Helmut unter dem Stacheldraht

 

Stellenweise ging es an tiefen ausgetrockneten Wassergräben vorbei, und nun verstanden wir auch die Stelle im 2. Band des Johannes Evangeliums Kapitel 102/ 10 : "...und wir kamen eine kleine halbe Stunde Weges unterhalb der Stadt Genezareth ans Land. Das Meer aber machte gegen Genezareth eine große Einbuchtung und war mit derselben nur durch eine kaum 10 Klafter breite Meerenge verbunden, darum denn auch diese Bucht eigens den Namen "See Genezareth" führte. An der linken Erdzunge stiegen wir denn ans Land..."

 

Die beschriebene nur 10 Klafter enge Verbindung der Bucht mit dem Ort Genezareth bezog sich auf den Wasserweg! Seitlich davon gab es genug Platz, um den kurzen Weg dorthin zu beschreiten. Daß das Boot Jesu damals an der linken Erdzunge festgemacht hatte - wie auch wir uns linksseitig hielten, lag ganz einfach an dem Umstand, daß sich Genezareth ebenfalls an der linken Seite befand. Doch das wußten wir am Anfang unseres Unternehmens noch nicht da die ganze Gegend nicht danach aussah, als gäbe es überhaupt Platz für ein auch nur kleines Städtchen. Führte der Weg doch mehr oder weniger durch eine längliche Senke ohne Ausblick zu den Seiten hin.

 

          [Abb. 1a] - Der  ‘Eingang’ durch den schmalen ‘Kanal‘ der ehemalige  Genezareth

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Groß war dann die Überraschung, als wir einem querenden Weg nach links ein kurzes
Stück aufwärts folgten - und ganz unerwartet vor einer mindestens 6 Hektar großen Ebene standen die nur leicht zur linken Seite hin abfiel. Donnerwetter, hier eine so große Fläche, wir stehen plötzlich  und mit offenem Mund vor der Stelle, an der sich einst Genezareth befunden hatte! Ja, das war die gesuchte Örtlichkeit. Über den Ort selbst und dessen zukünftiges Schicksal lesen wir im Johannes Evangelium 4/2/2:

"Mein Nazareth wird man nicht mehr finden, wohl aber ein anderes überm Gebirge von hier gegen den Untergang (Westen, der Stadt heute  gleichen Namens - d. Red.). Genezareth wird erlöschen, nur Tiberias diesseits des Meeres wird bleiben". Und so ist es auch gekommen, absolut nichts ist von dem einstigen Genezareth übrig geblieben, es ist im wahrsten Sinn des Wortes erloschen. So vor Zeiten noch einiges davon bestanden haben mag ruht es heute tief im Boden, der ist - wie wir sogleich bemerkten - erst vor kurzem beackert und mit Wasserschläuchen  ausgelegt worden zur Anlegung einer Plantage.
Geradeaus, Richtung Osten, sah man einen Teil des großen Meeres, rechts der Ausläufer jenes Berges den Markus eingangs erwähnt hat.

                 (Abb.2): die große Fläche oder Ebene des ehemaligen Ortes Genezareth...

 

Unmittelbar, tatsächlich aber direkt direkt neben dem Städtchen selbst, fand der See Genezareth seine Fortsetzung und lag nur etwa 30 Meter unterhalb des Ortes.  Abbildung 3 zeigt den nun trockenen Seeboden der sich westwärts noch über die Biegung erstreckte wohin der Herr am nächsten Morgen zog, begleitet auch vom Hauptmann Julius.


10/18/5
"Wir verblieben so in voller Ruhe bei einer Stunde lang knapp am Ufer des Sees und begaben uns dann auf eine kleine Anhöhe, die sich gegen Mittag hin über den Wasserspiegel erhob. Von dieser Anhöhe, aus hatte man eine schöne Aussicht gen Westen hin..."

 

Abb.3 - der trockene Seeboden, 30 Meter unterhalb des Ortes, auf dem Foto siehst du im Hintergrund zwei kleine Bergerhebungen ein Teil des nun leeren See-beckens (30 Meter unterhalb des ehemaligen Orte Genezareths)

 

 Abb. 4 - "die schöne Aussicht nach Westen" - auf dem Foto siehst du ganz oben Corazim

 

     Es zeigt auch uns diese obig erwähnte schöne Aussicht gen Westen.  Der See hat sich also tatsächlich um den Berg süd-westwärts herum gezogen und diese Ebene im Vordergrund bewässert.



Im nächsten Kapitel des Großen Johannes Evangeliums 10/9/6 führt uns der Herr wieder auf den Berg an den der Ort Genezareth sich anschmiegt: "Nach dem Morgenmahle begaben wir uns gleich wieder ins Freie, doch auf eine andere, größere Anhöhe , (jedoch des selben Berges -die Red.) von der aus man nicht nur die Bucht von Genezarth, sondern auch einen großen Teil des Galiläischen Meeres übersehen konnte...."

 

 

Abb.5 - Blick nach Osten über die ehemalige große Bucht und d. See im Hintergrund, die allerletzte Aufnahme.  Dieses Foto wurde zwar oberhalb Migdals gemacht, entspricht aber ganz dem Artikel da Jesus auf eine höhere Anhöhe gegangen ist.

 

Abbilding 6: die große Ebene des ehemaligen Ortes

 

Auch dieser Anblick ist uns Freunden des JLB in Abbildung 5 geschenkt. So haben wir alle auch diesmal wieder an der Hand Jesu bildhaft vor Augen geführt bekommen, wo die Erdenwege des Sohnes Gottes stattgefunden und in welcher  - wenn auch stark veränderten - Topografie.

 

 

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