Tekstvak: Selbstbetrachtung

 

Gott Liebhaben wollen, dann solltest Du doch erst glauben, dass überhaupt ein Gott existiert, welcher - wie die Liebe selbst, der ewige Urgrund ist von allen Dingen in der gesamten Unendlichkeit. Wie kann jedoch ein Mensch zu einem solchen Glauben kommen? Am sichersten durch die Offenbarungen von Jakob Lorber, durch das Anhören des Wortes Gottes und durch die Erkenntnisse des Willens der ewigen Liebe. Hat der Mensch solch einen Wille nicht durchschaut, so versetzt er seinen Willen der ewigen Liebe und der höchste Weisheit zu Gott und lässt ihn durch den Willen des Herrngleich wie die Fische- verzehren durch ein gut zubereitetes Gericht.

 

Der Mensch, wie er in diese Welt kommt, wird der Seele nach völlig von der Allmacht Gottes getrennt und ist in allem seinem eigenen Wollen und Erkennen anheimgestellt. Erst so er auf dem Wege des Unterrichts aus dem Munde seiner Eltern und anderer weiser Lehrer zur Erkenntnis Gottes gelangt, sich dann gläubig an Ihn wendet und Ihn um Seine Hilfe und Seinen Beistand anfleht, fängt dann auch von der göttlichen Seite das Einfließen an durch alle Himmel hindurch, und die Seele des Menschen geht in ein stets klareres Erkennen über und aus dem immer mehr und mehr in die Liebe zu Gott; sie ordnet dann ihren Willen dem erkannten Willen Gottes unter und einigt sich also mit dem Geiste Gottes und wird dadurch nach und nach ebenso vollkommen in und durch den Geist Gottes in ihr, wie der göttliche Geist in ihr selbst vollkommen ist, und bleibt dabei dennoch in allem vollkommen frei und selbständig, wie Gott an und für Sich ewig am vollkommensten frei und selbständig ist. [GJE9-

171-4]

 

Darum ist es auch nötiger, den Ort des Schmutzes genauer zu kennen als den Ort der Reinheit selbst. Denn nur der erste muss bearbeitet werden; ist er einmal im Reinen, so kommt der Himmel von selbst.

 

Der Mensch setzt Seinen Wille unter den Willen Gottes und wird dadurch allmählich ebenso vollkommen durch den Geist Gottes in ihm, so wie der göttliche Geist in ihm vollkommen ist, und bleibt dabei dennoch in allem vollkommen frei und selbstständig, wie auch Gott für Sich Selbst stets vollkommen frei und selbständig ist. [Erde und Mond – 57]

 

Was nützt der Erde das Licht der Sonne, wenn es nicht mit der tatkräftigen Wärme verbunden ist? [Erde und Mond 73] – Ist der Mensch mit sich selbst einmal ins Reine gekommen, so kommt die Himmel von selbst in ihn.

 

Der Geist ist das Ebenbild des Herrn in den Menschen: ihr wisst, dass der Geist der Menschen ein vollkommener Abzug ist von dem Herrn und dieser hat in sich den Funken oder den Brennpunkt des göttlichen Wesens.

 

(Der Herr:) „So tut denn nun emsigst danach; nehmet euch alle Mühe und prüfet euch, ob ihr nichts unterlasset, auf daß ihr am Ende nicht sagen müsset: ,Da, sieh her, nun habe ich volle zehn bis zwanzig Jahre hindurch alles getan, was mir die neue Lehre vorschrieb, und dennoch stehe ich stets gleich auf einem und demselben Flecke, verspüre noch immer nichts von einer besonderen Erleuchtung in mir, und vom sogenannten ewigen Leben empfinde ich auch noch ganz blutwenig in mir! Woran fehlt es denn noch?‘ [GEJ.05_125,01]


Ich aber sage zu euch darum: Prüfet euch sorgfältig, ob nicht noch irgend starke weltliche Vorteilsgedanken euer Herz beschleichen, ob nicht zeitweiliger Hochmut, eine gewisse, zu überspannte Sparsamkeiteine jüngste Schwester des Geizes –, die Ehrsucht, richterlicher Sinn, Rechthabelust, fleischlicher Wollustsinn und dergleichen mehreres euer Herz und somit auch eure Seele gefangenhalten! Solange das bei dem einen oder dem andern der Fall ist, wird er zu der Verheißung, das heißt zu ihrer vollen Erfüllung an ihm, nicht gelangen. [GEJ.05_125,02]

 

Die Wichtigkeit der Selbstbetrachtung wird öfters unterschätzt; man meint das Gute zu können ohne vorher das Negative selbst gelöst zu haben. Das Gute der Liebe kann  eigentlich nur der Herr in unserer Seele bewirken. Von dem Menschen wird nur erwartet,   das Böse nicht mehr zu praktizieren. Die zehn Gebote bedeuten hauptsächlich, dass Du nicht musst. Der Mensch kann von sich aus nichts Gutes tun, sondern nur aus dem Herrn. Es ist wichtig, vielmehr die Stelle des Abfalls genauer zu lokalisieren, als die Stelle der Reinheit selbst.

Alles kann Ich für den Menschen tun, aber er bleibt so wie er ist; aber das Herz ist sein Eigenes, das er vollkommen selbst bearbeiten soll, wenn er sich das ewige Leben bereiten will. Denn würde Ich erst die Feile ans Menschenherz liegen, dann würde der Mensch eine Maschine werden und nie zu einer freien Selbständigkeit kommen; wenn jedoch der Mensch die Lehre empfängt, was er zu tun hat, um sein Herz vor Gott zu bilden, dann muß er dies auch tun mit einem freien Herzen, erst dann ziehe Ich in diesen Geist ein

 

Der Mensch ist das eigentliche Ziel der Schöpfung, ein Engelhimmel aus dem menschlichen Geschlecht. Nach Jakob Lorber ist alle Materie eine Substanz der Seele. Denn sie klettert allmählich hoch durchs Reich der Mineralien, dann die Pflanzen als nächster Schritt, - und auch über das Tierreich. Die Seelen, die die Mineralien, Pflanzen und Tiere bewohnen, werden stets komplexer, woraus schließlich eine Naturseele entsteht und letztendlich eine Menschenseele. Dieser Verlauf kann Millionen Jahre dauern!... [sehe auch GEJ6-133:3]

 

Meine Schöpfungen haben nie und nimmer auf eine Art und Weise ein Ende. Die weisesten und die schönsten Schöpfungen sind mit Liebe erfüllt und die weichsten und die herrlichsten. [BM51-67]. Der Mensch ist nicht nur das Ende der Natur, sondern auch der Anfang des Geistes!’

 

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