In welchem Moment findet der Eingang der Seele statt?

 

Caspar Verhuist aus Kanada

Lieber Gerard,

In den Kolumnen von Bertha Dudde und Jakob Lorber habe ich sehr viel interessante Dinge über die Seele gelesen. Ich habe u.a. daraus verstanden, dass die Seele über den Mann bei der Konzeption einer Frau übertritt. Die Seele befindet sich dann in der befruchteten Zelle. Wo nach einiger Zeit die Seele elektro-organisch zur Entwicklung kommt.

Jedoch fasziniert mir noch eine Frage:

Gibt es jemanden, der weiB, wann die durch die Engel angesteuerte Seele beim Mann - Verursacher der Befruchtung - hineingeht? Also, in welchem Moment findet der Eingang der Seele statt?

Gottes reichlicher Segen,

Caspar Verhulst

           

Antwort

Lieber Caspar,

danke Dir für diese unerwartete und packende Frage. Vielleicht kannst Du mit diesem unterstehenden Text die Frage etwas mehr auf Schritt und Tritt verfolgen. Sobald die SEELE sich beginnt zu bewegen - und was auch fühlbar ist in der Gebärmutter der Mutter, geschieht dies meistens zwischen dem zweiten und dritten Monat! In dem anderen Fall hoffe ich, Dir darüber noch mehr Aufschluss zu verschaffen, vielleicht über das Leserpublikum. Gerard

Also hier Caspar, eine eingekürzte Beschreibung über die ,Erweckung der Seele‘

Sehe weiter bitte das ganz höchst interessante Kapitel 22 in „Schöpfungsgeheime“!

[GEJ.04_120,15] Es hat zwar das Menschenweib auch schon einen Naturstoff in sich; wenn aber die Zeugung geschieht auf die jedermann bekannte Weise, so wird zwar auch ein Klümpchen befruchtet und erregt, aber es wird, wie eine Beere von einer Traube abgerissen, an die rechte Stelle gebracht, und eine schon fertige Seele tritt da hinzu, pflegt eine Zeitlang diese Lebensbeere, bis der Stoff in derselben so weit gediehen ist, daß die sich stets mehr zusammenziehende Seele in den noch sehr flüssig lockeren Embryo eindringen kann, zu welcher Verrichtung die Seele auch bei zwei Monden lang zu tun hat. Hat sie sich des Embryos im Mutterleibe ganz bemächtigt, dann wird das Kind gleich fühlbar lebendig und wachst dann auch schnell zur ordnungsmaBigen Größe.

[GEJ.04_120,16] Solange die Nerven des Fleischkindes nicht völlig ausgebildet und tätig sind, arbeitet die Seele mit Selbstbewußtsein mit allem Eifer fort und richtet sich den Leib nach ihren Bedürfnissen ein; sind aber einmal die Nerven alle ausgebildet, und wird deren sich stets mehr entwickelnder Geist ganz ordnungsmaBig tätig, dann begibt sich die Seele mehr und mehr zur Ruhe und schlaft am Ende in der Gegend der Nieren ganz ein. Sie weiß nun nichts von sich selbst und vegetiert bloß, ohne alle Erinnerung an einen früheren nackten Naturzustand. Erst etliche Monde nach der Geburt fangt sie stets mehr und mehr an zu erwachen, was aus der Abnahme der Schlafsucht recht gut wahrgenommen werden kann; aber bis sie zu einigem Bewußtsein gelangt, braucht es schon eine längere Zeit. Wenn ein Kind der Sprache mächtig wird, dann erst tritt auch ein rechtes Bewußtsein in die Seele, jedoch ohne Rückerinnerung; denn diese könnte man bei der höheren Weiterbildung der Seele auch durchaus nicht brauchen.

[Er.01_051,05] Wenn diese Frucht im Mutterleibe dem Leibe nach lebend bei drei Monate zugebracht hat, so wird der ruhig gewordenen Seele, deren seelisches Herz eine gewisse Solidität erreicht hat, durch einen Engelsgeist ein ewiger Geist in eben das Herz der Seele unter siebenfacher Umhüllung eingelegt; [geistig betrachtet]T

[Er.01_051,07] Nach der Einlegung des Geistes in das Herz der Seele, welche Handlung bei einigen Kindern früher, bei anderen später geschieht, bei vielen drei Tage vor der Geburt, wird der Leib schneller ausgereift, und die Geburt wird vor sich gehen.

[HiG.03_40.06.17,03] Seht, der Mensch ist zusammengesetzt aus einem naturmaBigen Leibe, der da ist ein Gefäß, darinnen sich durch die verschiedenen Organe eine lebendige Seele ausbilde; denn im Entstehen durch die Zeugung wird nur das alleinige Wesen des Leibes konstruiert. Und erst im siebenten Monate, wenn schon das leibliche Wesen organisch, wenn auch noch nicht ganz der Form, doch aber all den Teilen nach ausgebildet wird durch das vegetative Leben der Mutter, - so erst wird in der Gegend der Magengrube ein für eure Augen nicht wahrnehmbares, vom Zeuger herrührendes Bläschen, darinnen die Substanz der Seele enthalten ist.

[HiG.02_47.06.10,16] Die Ehe ist ja eben die erste Ordnung, in der die Menschheit gezeugt werden muß, so sie je in eine höhere Ordnung eingangs fähig werden soll! Die Ehe ist eine freie Einung zweier Herzen, zweier Seelen, zweier Geister, aus welcher einst die große Einung in Mir und mit Mir Selbst hervorgehen soll als ein Endzweck alles Seins.

[Sg.01_022,04] ,Du wirst dich erinnern, daß schon in der „Haushaltung“, wo es von der Schöpfung der Geister- und Materie-Welt handelt, Ich sagte, daß zuerst die Geister und aus und unter ihnen der größte - „Satana“ oder Luzifer erschaffen wurde, welch letzterer aber statt Lichtträger, nebst seinen Gefährten von Mir abfallend, Träger und Vertreter der Finsternis geworden ist.

[Sg.01_022,05] Du wirst dich ferner erinnern, daß Ich dann, um diesen abgefallenen Geistern einen Weg zur Rückkehr anzubahnen, die materielle Welt erschuf, dort sie in die Materie einkleidete und sie so wieder, obwohl unfreiwillig, die Schule der Demut und der Verleugnung durchzumachen nötigte.

[Sg.01_022,06] Du wirst dich auch erinnern, daß, nachdem auf diese Weise die Bahn angedeutet wurde, auf welcher die Geister, von der härtesten Masse angefangen bis zum Menschen als letzte Stufe der materiellen Schöpfung, stets mehr sich läuternd emporsteigen können; daß aber im Menschen, wie du erwähnst, „drei Tage vor der Geburt ein kleines Bläschen von der feinsten, solidesten Seelensubstanz den einst böse gewordenen Geist einschiebt, in dessen Innerstem aber doch der eigentliche Gottesfunken der Liebe selbst seinen Sitz hat, welch letzterer dann diesem bösen Geistesfunken erstens die Möglichkeit gibt, sich für das Gute auszubilden, und zweitens ihn auch stets zu diesem antreibt“.

[Sg.01_022,07] Nun siehe, wenn du das Vorausgesagte nur ein wenig überdenkst, so muß in dir die Frage aufsteigen: Wenn dieser Geist in dieses Bläschen erst drei Tage vor der Geburt eingelegt wird, wer bildet dann den Körper des Kindes bis dorthin aus? Wer sorgte für seine innere, wer für seine äußere Form und Beschaffenheit als Mensch, auf daß wenigstens doch die Mittel schon alle vorhanden sind, die dazu benötigt waren, einen Menschen nach Meinem Sinn daraus zu machen?‘

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