Lorber und Dudde, weche Unterschiede?

 

Bedeutsame inhaltliche Unterschiede bei Bertha Dudde und Jakob Lorber - im Lichte der Neuoffenbarung Jesu durch Jakob Lorber

 

                                 -  Gegenüberstellung   -  

                                   

                                        von Wilfried Schlätz

 

1.       Adam und Eva

 

Bertha-Dudde (BD):

Gott schuf (vor ca.6000 Jahren) an vielen verschiedenen Stellen der Erdoberfläche jeweils ein erstes Menschenpaar:  Adam1, 2, 3  und Eva1, 2, 3 (WS) – Ich schuf Menschen in großer Zahl. – Also es wiederholte sich der Erschaffungsakt des ersten Menschen immer wieder in Gebieten  unerreichbar waren für die einzelnen Menschenstämme. – Und erst nach wieder langer Zeit nahmen die verschiedenen Stämme Verbindung miteinander auf‘. (1)

 

‚Und es wurde Bericht gegeben von dem irdischen Entwicklungsgang seit Adam und Eva, was jedoch nicht ausschließt, dass das gleiche sich abspielte auf anderen Gebieten der Erde, die für diese ersten Menschen noch so weit auseinander lagen und zum Teil getrennt waren durch große Gewässer, so dass ein jedes Reich eine Welt für sich war, wo das einst gefallene Geistige ausreifen und sich im Menschen verkörpern konnte‘ (2)

 

Jakob Lorber (JL):

Gott schuf (vor ca.6000 Jahren) nur ein einziges Menschenpaar: Adam und Eva, von dem alle weiteren Menschen abstammen (WS) - "Es ward im Anfange aber nur ein Menschenpaar auf die Erde gesetzt und es hieß der Mann ‚Adam’ und das Weib ‚Eva‘. Das erste Menschenpaar hatte von Gott aus sicher die reinste und beste Erziehung erhalten und konnte diese auch auf alle seine Nachkommen unverfälscht übertragen; aber schaue dir die Menschen 2000 Jahre später zur Zeit Noah an, und du siehst sie in die bösesten Teufel verwandelt‘.

 

(3), 8. GEJ 24,11

 

‚Nur das erste Menschenpaar erhielt den Leib aus der Willenshand Gottes, - alle anderen Menschen aber aus einem Mutterleibe‘.  (7.GEJ 121.7+12)

 

Die gesamte Haushaltung Gottes durch Jakob Lorber kennt nur ein einziges erstes  Menschenpaar: ADAM und EVA (WS) (6.GEJ 90,8)

‚Waren Adam und Eva die ersten Vollmenschen? Wie entstanden und lebten sie?‘ (GG)

 

1.  Die substantielle Seele

Bertha Dudde:

‚Die Seele ist das eigentliche ‚Ich‘ des Menschen, das sich in einer materiellen Außenhülle birgt.‘ (5) – ‚Und so ist auch die Seele, das eigentliche ‚Ich‘ des Menschen…. Das aber auch bestehen kann ohne den Körper. P- Und dieses denkende, wollende und fühlende Etwas – die Seele – bewegt sich nach dem Tode in anderen Sphären, doch immer als das gleiche Wesen, das den menschlichen Körper zuvor bewohnte;.  (6) – ‚Die Seele ist das Innerste des Menschen‘ (10)

 

Jakob Lorber [JL]:Die substantielle Selle oder die Naturseele ist nicht das eigentliche ‚ich‘ des Menschen.  Die substantielle Seele steht für sich allein um nichts höher als eine Affenseele, - und gleich für sich allein einem Erzkretin… ‚Wenn wir aber das Leben und Sein der Seele für noch näher betrachten, so werden wir auch bald und leicht finden, dass sie als auch noch ein substantielles Leibmenschwesen für sich um nichts höher stünde als allenfalls die Seele z.B. eines Affen‘.  (7), 8. GEJ 24,11;

 

Die Seele ohne den Geist ist also eine bloß stumme polarische Kraft… Sie ist zu vergleichen mit einem Erzkretin – Sehet, dasselbe ist die Seele ohne den Geist‘.

Und diese angeführten Kretins haben bloß ein seelisches Leben, das heißt, in deren Seele ist entweder ein zu schwacher Geist oder oft auch gar kein Geist vorhanden‘.  (8) 2. GS79,13+14 - Sehe auch Artikel von K. Eggenstein über das Geheimnis der Seele.

 

    3. Der geschaffene essentielle Geist

 

Bertha-Dudde (BD)  

Es gibt keinen geschaffenen Geist1,2 im Menschen. Der Geist ist das ungeschaffene Göttliche im Menschen, d.h. direkt in der substantiellen Seele-(WS)

 

„Was aber ist unter "Geist“ zu verstehen? - Es ist der Geist das Göttliche im Menschen- er ist das, was die Menschen als göttliche Geschöpfe kennzeichnet". (9)

 

"Die Seele birgt in sich den göttlichen Geist - den göttlichen Geistfunken aber legt Gott Selbst in die im Menschen1- sich verkörpernde Seele". (11)

 

Jakob Lorber (JL)

Der geschaffene essentielle Geist1 ist das eigentliche Ich des Menschen. Dieser Geist1 wurde einst beim Fall Luzifers böse, und er kann bei einem teuflischen Menschen erneut böse werden. (WS)

 

"Merket wohl auf! Gleich ungefähr drei Tage vor der Geburt wird aus der allerfeinsten und zugleich solidesten Substanz der Seele in der Gegend den Herzens, ein unendlich feines Bläschen gebildet, und in dieses Bläschen wird ein einst böse gewordener Geist1, der da ist dem Wesen nach ein Funke der göttlichen Liebe, hineingelegt. - Nun ist aber dieser Geist1 noch tot, wie er schon, in die Materie gebannt, seit langen und langen Zeiten es war“. (12)

 

"Aus dieser immer größer werdenden Forderung... geht dann der also mehr und mehr wach werdende Geist1 in ein sich rächenwollendes Selbstgenugtuungsgefühl über. In diesem Gefühle wird er1 stets mehr zum Verächter Gottes„ (Teufel)“ [Anmerkung des Herausgebers: offensichtlich ist mit dem letzten Absatz: ‚im schlimmsten Fall‘ gemeint!] (13) 2.G.S 107,12

s. auch Artikel von K. Eggenstein über Geist und Geistfunken

 

 

Stellungnahme zur Bertha Dudde- Kritik [1]

                                                            by Gerd Kujoth

Im JL-Bulletin vom Februar 2017 wurde Bertha Dudde als eine falsche Prophetin bezeichnet.

Da wurde von jemandem gesagt, dessen Name nicht bekannt gegeben wurde:

„Bisher hat Gott durchwegs das männliche Prinzip zum Empfang seiner großen Kundgaben und Willensäußerungen gemacht und genützt. Warum nun, in der Zeit der "Gleichberechtigung" von Mann und Frau, weltlich gesprochen, plötzlich der Wechsel zum weiblichen Prinzip??? Soll nun die Welt einer "Frau" folgen? Satana im Kleid der Weisheit? Der Weisheit des Gegenpols? Luzifers Weisheit ist unserer kleinen menschlichen zu überlegen, um dagegen argumentieren zu können aus unserer schwachen menschlichen Erkenntnis heraus.“

Dieser Aussage möchte ich Worte aus der Lorber-Offenbarung entgegensetzen:

[RB.01_084,05] Ich aber sage: „Meine liebste Helena, du meinst freilich, dass Ich dich nun nicht erwischen könnte! Aber Ich habe dich eigentlich schon erwischt, und du kannst Mir nicht mehr auskommen und wirst sogar nach des Paulus ausdrücklichem Gebot reden müssen; und nach Meinem Gebot, das noch übers Paulinische geht, schon ganz unausweichlich! – Siehe, in einem Briefe an die Römer empfahl Paulus die Phöbe, die der Gemeinde zu Kenchreä in Meinem Dienst vorgestanden ist. Ebenda empfiehlt er aus gleichen Gründen die Priscilla, grüßt eine gewisse Maria, die ebenfalls viel Arbeit in Meinem Namen hatte, und ebenso die Tryphäna, die Tryphosa und seine liebe Persida, die viel mit Wort und Tat in Meinem Namen gearbeitet hatte.

[RB.01_084,06] Siehe nun, Meine liebe Helena, solchen Weibern hat Paulus keine Mundsperre in der Gemeinde angelegt; sondern nur solchen, die aus einer Art Hochmut in der Gemeinde auch Sitz und Stimme haben wollten und – ohne Meinen Geist zu haben und zu begreifen – dennoch reden wollten, als wüssten sie auch, was die aus Meinem Geiste Wiedergeborenen wissen! So aber auch ein Weib voll Meines Geistes ward, der im Mann wie im Weib stets der gleiche ist, da kann und muss sie sogar reden, was und wie es der Geist von ihr verlangt!“

Aus diesen Worten Jesu folgt: Gott spricht auch durch eine Frau, wenn sie die Voraussetzung erfüllt. Wenn der Geist Gottes durch eine Frau spricht, folgen wir da der Frau oder gar Satana, wenn wir uns nach diesen Worten richten, oder folgen wir dem himmlischen Vater, der durch diese Frau gesprochen hat?

Es heißt bereits in Joel 3,1:

„Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen; eure Ältesten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen.“

Wenn der himmlische Vater das schon damals gesagt hat, so ist es klar, dass Gott nur wegen der Menschenmeinung Männer als Propheten erwählt hat, weil sie die Frauen als vor Gott zweitklassig eingestuft haben. Vor Ihm aber sind Männer und Frauen gleichwertig.

Weiter sagt der Unbekannte:

„Doch der Herr hat uns Erkennungsmerkmale gegeben zur Unterscheidung von echten und falschen Propheten. Erst vor wenigen Monaten hast Du, lieber Gerard, Worte verschiedener Mittler über die kommende Zeit der schmerzhaften Reinigung der Erde aufgelistet. U.a. auch Bertha Dudde, bei ihr heißt es ganz brutal: ICH WERDE DIE ERDE VERBRENNEN. Bei Lorber sagt der "selbe" Gott: OHNE NOT (Notwendigkeit) WIRD NICHTS ZERSTÖRT WERDEN. Welcher der beiden Propheten vertritt nun unseren liebevollsten Vater und Schöpfer? Die Meinen kennen meine Stimme – wer kann da noch zweifeln! WELCHER Prophet führt die Menschen zum Vater, und welcher Prophet verkündet Gericht über Gericht?“

Kommentar: Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Den Apfel „ICH WERDE DIE ERDE VERBRENNEN“ sollte man nur mit einem Apfel vergleichen. Solch ein Apfel ist:

(2.Petrus 3,10) „Es wird aber des HERRN Tag kommen wie ein Dieb in der Nacht, an welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen.“

Ein weiterer Apfel ist auch die Aussage Jesu im großen Evangelium:

[GEJ.06_150,17] „Aber darauf wird geschehen eine allergrößte Offenbarung durch Meine abermalige Darniederkunft auf diese Erde; aber dieser Offenbarung wird auch schon vorangehen ein allergrößtes und schärfstes Gericht und nachfolgen eine allgemeine Sichtung der Weltmenschen durchs Feuer und sein Geschoß, auf dass dann Ich Selbst eine ganz andere Pflanzschule für wahre Menschen auf dieser Erde werde errichten können, die dann dauern wird bis ans Ende der Zeiten dieser Erde.“

Im Petrusbrief und im GEJ wird doch ganz klar das Feuergericht vorausgesagt. Doch das „brutale“ Wort: „ICH WERDE DIE ERDE VERBRENNEN“, habe ich so wortwörtlich mittels Suchfunktion in der ganzen Dudde-Offenbarung nicht gefunden.

Die andere Aussage: „OHNE NOT (Notwendigkeit) WIRD NICHTS ZERSTÖRT WERDEN“, gehört zu den „Birnen“ und zu den Birnen in den Dudde-Offenbarungen gehört, dass der himmlische Vater seine Kinder beschützen und am Ende, bevor das Feuergericht kommt, entrücken wird. Also doch nicht so ein „brutaler“ Gott, der sich durch B. Dudde offenbart hat.

In beiden Offenbarungen wird gesagt, dass das Feuergericht von den Menschen selbst verursacht wird, also die Erde nicht von Gott verbrannt wird, aber Seine Zulassung ist auch Sein Wille.

Wird denn in den Dudde-Offenbarungen Gericht über Gericht verkündet? – Kundgaben über das Gericht machen in den Dudde-Offenbarungen schätzungsweise vielleicht ein Viertel der Kundgaben aus, in den anderen aber werden wir in der Liebe zum himmlischen Vater geführt.

Wir bekommen allein aus der Lorber-Offenbarung kein genaues Bild von dem Endzeitgeschehen. Deswegen war eine weitere Offenbarung notwendig und auch vom himmlischen Vater vorgesehen, denn Jesus sagte zu Seinen Jüngern, nachdem Er zu ihnen von den Endzeitereignissen gesprochen hatte:

„Das was Ich euch jetzt gesagt habe, aber, behaltet für euch; denn in dieser Zeit würde das wohl niemandem zu seinem Heile etwas nützen, so er auch davon alles klar wüsste. Zur rechten Zeit aber werde schon Ich Selbst den Menschen, wenn sie Tieferes werden vertragen können, solche Dinge umständlich kundmachen.“ (6.GEJ 207,14)

Das ist zwar zum kleineren Teil durch die Lorber-Offenbarung geschehen, besonders aber mit den Offenbarungen durch Bertha Dudde. Durch sie hat der himmlische Vater die Ereignisse der Endzeit umständlich kundgetan. Und jetzt nützen sie uns etwas, und wir können auch Tieferes darüber vertragen, ja, wir müssen nun genaueres darüber wissen, weil wir kurz vor diesen Ereignissen stehen.

Was Franz Schumi und Bertha Dudde betrifft, die Wilfried Schlätz für keine echte Offenbarung hält, so bin ich mit ihm in Bezug auf Franz Schumi einverstanden, nicht aber in Bezug auf Bertha Dudde. Er schreibt:

„Bei BD [Red. Bertha Dudde] dagegen ist der BD-Jesus nur noch ein wahrer geschaffener Mensch als Erzengel, der den Fall Luzifers nicht mitgemacht hat, der als Gottes KIND zur Erde hinab stieg, und dann wieder als Gottes KIND zum formlosen und gestaltlosen VATER empor stieg. Dasselbe hat auch der Erzengel Raphael gemacht, als er zur Erde hinab stieg, um hier der Hohepriester Henoch zu sein. Dasselbe hat der Erzengel Michael gemacht, als er zur Erde hinab stieg, um hier als der Prophet Elias zu wirken. Denn Bertha Dudde behauptet, dass Gott nur eine formlose, gestaltlose unendliche Kraft sei, die kein menschlich-geformtes Zentrum besitzen soll! Damit leugnet BD den ewigen ungeschaffenen Urmenschen = das menschlich-geformte Gotteszentrum. Um von dem BD-Jesus überhaupt noch etwas zu retten, muss BD aus dem BD-Jesus einen höchsten Erzengel machen, Dasselbe machen auch die Jehovas Zeugen, die aus Jesus den Erzengel Michael gemacht haben!

Folgerung: der Bertha Dudde-Jesus ist zwar ein wahrer geschaffener Erzengel-Mensch, aber nicht Gott.“

Kommentar: Es ist zwar wahr, dass in der Dudde-Offenbarung Jesus als ein Lichtwesen, als ein geschaffener Engel dargestellt wird, aber es wird auch in der Lorber-Offenbarung gesagt, dass der himmlische Vater sich vor Jesus durch einen Engel den Menschen gezeigt hat.

Jesus sagt: „So Ich Mich jemandem, wie dem Abraham, Isaak und Jakob, gewisserart beschaulich machen wollte, so geschah das dadurch, dass Ich einen Engel besonders mit dem Geiste Meines Willens erfüllte, dass er dann auf gewisse Momente Meine Persönlichkeit darstellte.“ (8.GEJ 57,14)

Dass Jesu Seele ein Engel gewesen sein soll, ist nur eine bildliche Darstellung der Menschen wegen, die das Wesen Gottes nicht begreifen können, denn wie hätten sie es begreifen können, wenn ihnen gesagt worden wäre: Gott ist Liebe und Licht. Dazu sagt Jesus:

(BD 6641) „Ihr Menschen werdet niemals restlos Meine Wesenheit ergründen können, denn eure eigene Unvollkommenheit hindert euch erstmalig daran, wie aber auch Ich für jedes von Mir erschaffene Wesen unergründbar sein und bleiben werde, weil Ich das Urzentrum bin von Ewigkeit, Dessen Ausstrahlung ihr sowie alles Geschaffene seid, Schöpfungen von unendlicher Winzigkeit, die das Urgewaltige, von Dem sie ihren Ausgang nahmen, nicht zu fassen vermögen. Und so kann Ich euch auch immer nur bildmäßig Aufklärung geben, solange ihr auf Erden weilet, doch immer werden diese Aufklärungen der Wahrheit entsprechen, wenngleich sie so gehalten sind, dass sie nur als schwacher Vergleich dessen anzusehen sind, was ihr über Meine Wesenheit zu erfahren wünschet.“

Gibt es wirklich ein menschlich geformtes Gotteszentrum? Im 11.GEJ sagt der himmlische Vater:

[GEJ.11_075,09] „Gott war, bevor die Einkleidung ins Fleisch als Jesus geschah, unpersönlich. Daher konnte auch niemand zu Seiner Anschauung gelangen, sondern nur zu der Empfindung Seines Wesens, das naturgemäß sich allein als Licht bemerkbar machen konnte, da Gott in Sich Selbst pures Licht ist, das seine Strahlen aussendet. Wo jedoch Licht ist, ist es auch überall; es durchflutet alles und belebt alles. Die Unpersönlichkeit Gottes bedingt aber nun nicht einen Ausstrahlungspunkt, wie von einer Sonne aus, sondern ein Lichtmeer, in dem es keine Konzentration gibt. Diejenigen also, welche geistig zu dem Gottwesen hinaufdrangen, konnten das Gottwesen auch nicht anders empfinden als ein Leben im Licht, das Schweben und Ruhen im Lichte, das wunschlose Sich-Vermählen mit dem Lichte. Als der Mensch Jesus nun die Personifizierung Gottes wurde, war das Empfinden der Gottheit für den, der sich Ihr näherte, ein ganz anderes, – einfach das Sich-Nähern eines Menschen an den andern, und somit haben die alten Seher recht; aber die neueren, welche nach Mir lebten, haben ebenfalls recht.“

[GEJ.11_075,10] „Nach dem Falle Luzifers, als die materielle Welt in die Erscheinung trat, war allerdings die geistige Sonne geschaffen worden als Sitz der Gottheit; aber trotz alledem war diese nicht als eine alleinige Konzentrierung aufzufassen. Das Licht war in der geistigen Welt überall, und für den leiblichen Menschen ist, solange seine Seele an diesen Leib gebunden war, vor Meinem irdischen Leben diese geistige Sonne nicht sichtbar geworden. Das Sichtbarwerden derselben war eine Krönung des Glaubens der Geistwesen; denn erst für diese war sie sichtbar, jetzt jedoch auch dem Menschen, der an Mich glaubt, sowie ihm das geistige Auge geöffnet ist, weil der Mensch Jesus allen, die an Ihn glauben, auch Sein gesamtes Reich jederzeit enthüllen kann.“

Dass Gott nicht personifiziert werden kann, wird durch Leopold Engel praktisch genauso ausgesagt, wie durch Bertha Dudde. Da sollte nicht mit zweierlei Maßstäben gemessen werden, L.Engel anerkennen und Dudde ablehnen. Da beide später als Lorber das gleiche aussagen, ist mir mit der Zeit doch mal in den Sinn gekommen, dass etwas richtiggestellt werden sollte, was durch Lorber nicht ganz deutlich gesagt wurde.

Was heißt „unpersönlich“? – Wir stellen uns eine Person immer unter der Form eines Menschen vor. Gott der Vater oder die Liebe war wohl ein Wesen, aber eben ohne die menschliche Form, denn unter „Liebe“ kann man sich keine Form vorstellen. Deswegen wurde den Israeliten gesagt, dass sie sich kein Bild von Gott machen sollten.

(2 Mose 20,4) „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.“

Wenn man genau liest, wird in der Lorberoffenbarung dasselbe ausgesagt wie bei L.Engel und B.Dudde. In jeder echten Offenbarung wird zuerst vieles verschleiert oder bildlich ausgesagt, was erst nach und nach deutlicher gesagt und erklärt wird.

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                                                         [Fortsetzung folgt]

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Vielsagende inhaltliche Unterschiede bei  Bertha Dudde und Jakob Lorber – im Lichte der Neue Offenbarungen von Jesus durch Jakob Lorber

                                 -  Konfrontationen -  [Fortsetzung]

                                                    by Wilfried Schlätz

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4. Der geschaffene überessentielle Geist

 

Bertha-Dudde (BD)

Die BD-Texte kennen weder den geschaffenen essentiellen Geist, der einst böse war und wieder böse werden kann, noch den geschaffenen überessentiellen Geist, der immer rein war und rein bleibt. (WS)

 

Die BD- Texte kennen nur den ungeschaffenen Gottesfunken, der unmittelbar in der Seele wohnen soll. (WS)

 

"Die Seele birgt in sich den göttlichen Geist - den göttlichen Geistfunken aber legt Gott Selbst in die im Menschen sich verkörpernde Seele“.

 

Die BD-Texte gehören also zu den substantiellen oder psychischen Anschauungen, die den Menschen auf den Materieleib, die substantielle Seele, und den Gottesfunken reduzieren. (WS)

 

Jakob Lorber (JL)

Die JL-Texte kennen den geschaffenen, überessentiellen Geist, der auch im Teufel rein bleibt, während der geschaffene essentielle Geist wieder böse werden kann. (WS)

 

 ...so wird in dem Herzen des Geistes ein neues Bläschen gestaltet, in welches ein reiner Funke Meiner Liebe eingeschlossen wird".

 

 "denn bei ihnen {den Teufeln (oder Schülern) Satans} ist nur das Seelische (=substantielle Seele plus wieder böse gewordener essentieller Geist) homogen mit dem bösen (essentiellen) Geiste (Luzifers), aber ihr (überessentieller) Geist ist, obschon hart gefangen, dennoch rein, während der (essentielle) Geist des Satans das eigentliche Böse ist."  GE 56,10)

 

"Also auch war es mit diesem meinem innersten Keimherzen der Fall. Anfangs sah es nur aus, als wäre es ein Herz, als es aber dann größer und größer wurde, da bekam es auch immer mehr und mehr eine menschliche Gestaltung und nun gar bald erkannte ich mich selbst in diesem neuen - Menschen, der da geworden ist aus diesem meinem ehemals inwendigsten lichten Keimherzen. Und siehe da, alsbald wurde ich in diesem neuen Menschen gewahr, daß auch er noch ein Herz in sich barg! Dieses Herz aber sah aus wie die Sonne und deren Licht war stärker denn das Licht der Tagessonne“. (2.HG 72,14-17) 

5. Der ungeschaffene Gottesfunke

 

Bertha-Dudde (BD)

 

Der ungeschaffene Gottesfunke soll nach den BD-Texten unmittelbar in der substantiellen Seele wohnen: (WS) - "Die Seele birgt in sich den göttlichen Geist - den göttlichen Geistfunken aber legt Gott Selbst in die im Menschen sich verkörpernde Seele“

 

Jakob Lorber (JL)

Der ungeschaffene Gottesfunke wohnt erst im reinen überessentiellen Geist, im neuen Menschen mit dem Sonnenherzen: (WS)

 

"Als ich aber dieses Sonnenherz stets mehr und mehr betrachtete, da entdeckte ich auf einmal in der Mitte dieses Sonnenherzens ein kleines, Dir, o heiliger Vater vollkommen ähnliches, lebendiges Abbild." (2.HG 72,18)

 

6. Die Gottheit

 

Bertha-Dudde (BD)

Die Gottheit besitzt kein ungeschaffenes, menschlich geformtes, endliches und persönliches ZENTRUM. Die Gottheit ist nur eine ungeschaffene, unendliche, formlose Kraft, die den unendlichen Raum erfüllt. (WS)

 

"Doch immer wieder muß gesagt werden, daß die Ewige Gottheit nicht personifiziert werden kann- daß sie also nicht anders vorstellbar ist als Kraft, welche die ganze Unendlichkeit erfüllt. - Diese Kraft ist nicht zu begrenzen, kann also auch nicht als "Form" gedacht werden- aber sie kann eine Form gänzlich durchstrahlen". „denn die Ewige Gottheit kann nicht personifiziert werden“

 

"Der menschliche Verstand reicht bei weitem nicht aus, MICH in Meiner ganzen Urkraft zu erfassen und noch viel weniger wird es ihm gelingen, MICH zu spezialisieren, d.h. Mein Sein und Wesen in irgendwelche Form zu bringen, die dem menschlichen Verstand voll und ganz annehmbar erscheint".

 

"Unbegrenzt aber ist DER GEIST, für DEN ihr den Begriff GOTT euch schufet.

Was dieser GEIST wieder in Sich ist, das ist euch auch nicht erklärlich zu machen, weil Er nichts Geformtes ist“.

 

„lch als URGEIST bin aber wohl existent, aber unter keiner Form vorstellbar. Ich bin eine Kraft, die unbegrenzt ist und unbegrenzt wirkt.

 

Jakob Lorber (JL)

Die Gottheit besitzt ein ungeschaffenes, menschlich- geformtes, endliches und persönliches ZENTRUM, aus Dem erst alle Gottheit, die den unendlichen Raum erfüllt, hervorgeht. (WS)

 

Gemäß der folgenden JL-Texte kann die Gottheit im ungeschaffenen, menschlich-geformten, endlichen und persönlichen GOTTHEITSZENTRUM personifiziert werden. Daher ist die Gottheit als ein ungeschaffener, unendlich vollkommener MENSCH vorstellbar. Die Gottheit kann daher als ein vollendetster MENSCH gedacht werden aus Dem erst alle Gottheit, Die den unendlichen Raum erfüllt, ausstrahlt.

 

Jeder vollkommene Engelsgeist ist eine Form, die vom Gottesgeist gänzlich durchstrahlt ist. Die Gottheit läßt Sich in Ihrem ungeschaffenen, persönlichen, menschlich- geformten ZENTRUM "spezialisieren" und in eine MENSCHENFORM bringen! (WS)

 

"In Sich Selbst und für Sich aber ist Gott ein MENSCH wie Ich und auch du und wohnt in einem unzugänglichen Lichte, das in der Welt der Geister die Gnadensonne genannt wird“.

 

(6.GEJ 88,3) Da Gott in Sich Selbst ein ungeschaffener, allervollendetster MENSCH ist, so ist Er uns leicht erklärlich und verständlich zu machen. (WS)

 

"Und ich richtete alsbald meine Augen und diese Kraft erfüllt das ganze All‘ aufwärts und erschaute sogleich in einer endlosen Tiefe der Unendlichkeit ebenfalls eine unermeßlich große Sonne und in der Mitte dieser Sonne aber dann bald Dich Selbst, o heiliger Vaterl“ (2.HG 72,21)

 

Bertha-Dudde (BD)

Dieser BD-Gott entspricht genau dem Gottesbegriff der damaligen hochweltweisen Juden: "Ihr Gott darf Sich nicht unterstehen, irgend eine und schon am allerwenigsten die menschliche Gestalt zu haben, sondern muß bloß so irgend ein unbegreifbares Unding sein». (1.GEJ 5,17)

 

"Dieser" denkende Wille" berechtigt euch, daß ihr euch ein WESEN vorstellt, nur dürft ihr diesem Wesen keine Form geben“. Dieser BD-Gott ist ein formloses "Wesen" und damit ein unbegreifliches Unding. (WS)

 

"Ihr dürft euch einen GOTT und SCHÖPFER nicht als ein begrenztes Wesen vorstellen, ihr dürft IHN nicht in eine Form zu bringen suchen, denn immer würde dann eure Vorstellung falsch sein, weil etwas Begrenztes niemals Meinem Wesen entspricht, das höchst vollkommen, also unbegrenzt ist, denn Ich bin ein GEIST, DER alles erfüllt und alles durchstrahlt.

 

Die BD-Texte kennen nur das formlose und unbegrenzte Außenwesen der Gottheit. Aber die BD-Texte kennen nicht das persönliche, ungeschaffene,begrenzte und menschlich geformte ZENTRUM der Gottheit aus welchem ZENTRUM erst alle Gottheit hervorgeht, alles erfüllt und alles durchstrahlt. (WS)

 

Jakob Lorber (JL)

Auch sah ich also die ungeschaffene persönliche MENSCHENFORM des Vaters, d.h. das ZENTRUM der Gottheit (WS)

 

Es gibt kein Wesen ohne Form! "Ihr (der hochweltweisen Juden) Gott darf Sich nicht unterstehen, irgend eine und schon am allerwenigsten die menschliche Gestalt zu haben, sondern muß bloß so irgend ein unbegreifliches Unding sein".

 

"Wer Gott nicht liebt als den vollkommensten Menschen, der kann um desto weniger seinen Nächsten lieben, der ein noch höchst unvollkommener Mensch ist! So es aber geschrieben steht, daß Gott den Menschen nach Seinem Ebenmaße geschaffen hat, was sollte dann Gott anders sein- so der Mensch Sein Ebenmaß ist- als eben auch ein, aber ganz natürlich vollkommenster Mensch?"  (2.GEJ 144,4)

 

Weil also Gott Seinem persönlichen ungeschaffenen ZENTRUM nach ein vollkommenster ungeschaffener Mensch ist, daher dürfen und sollen wir uns unseren GOTT und SCHÖPFER hinsichtlich Seines persönlichen ZENTRUMS als einen begrenzten vollendesten Menschen vorstellen und lieben, da wir einen formlosen unbegrenzten Gott niemals zu lieben vermöchten. (WS)

 

Es ist ein erstes Zeichen von "Die ewige GOTTHEIT in eine engbegrenzte Form bringen zu wollen, ist ein Zeichen der Unvollkommenheit der Menschen, die diese Lehre  annahmen. Das WESEN GOTTES ist unbegrenzt, weil es etwas überaus Vollkommenes ist.

 

Es ist Unvollkommenheit, nach einem unendlichen Gott zu streben, denn das Streben nach dem Unendlichen macht das größte Unglück aller Höllengeister aus“ {gemäß (2.HZH 278,3)}

 

Es ist ein zweites Zeichen von Unvollkommenheit, Gott die menschliche Gestalt zuzu-sprechen und sich unter IHM irgend so ein unbegreifliches Unding vorzustellen.

{gemäß (24) (WS)}

 

diese gar mächtigsten, tödlichsten Triebfedern Seiner (göttlichen) Seele.“ (46) ( JJ

298,18 und 299,3-5)

 

Die wirkliche noch läuterungsbedürftige Naturseele0 des echten Jesus war göttlich weil sie die Seele des persönlichen, ungeschaffenen Gottheits-ZENTRUMs war und ist, sowie DESSEN ANTLITZ besaß und besitzt. (WS)

 

zu Bertha Dudde  und Jakob Lorber

von Gerd Kujoth

Im JL-Bulletin vom Mai 2017 kritisiert Wilfried Schlätz die Offenbarung durch Bertha Dudde, indem er schreibt:

„Die BD-Gottheit wird zwar ausgestrahlt, aber es fehlt das Gottheits-ZENTRUM, aus dem ausgestrahlt wird!“ (WS)

 

Kommentar: Mehr als zwanzig Mal ist in den BD-Texten vom Gotteszentrum die Rede, wenn auch mit anderen Worten wie: „Kraftzentrum“, „Kraftzentrum von Ewigkeit“, „Kraftquell“, „der Leben-sprühende-Kraftquell“, „Zentrum allen Lichtes und aller Kraftausstrahlung“, „Licht- und Kraftzentrum von Ewigkeit“, „Urzentrum“, „Urzentrum von Licht und Kraft“. Beispiel:

 

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„Gott ist das Kraftzentrum von Ewigkeit, von Dem alles ausgeht und zu Dem auch alles wieder zurückkehrt nach Gottes ewiger Ordnung.“ (BD 3636)

„Das Zentrum allen Lichtes und aller Kraftausstrahlung ist Gott, die urewige Kraft, das urewige Licht. Von Ihm gehen alle Strahlen ins Weltall, und zu Ihm strömet alles Ausgegangene wieder zurück .... Doch Licht und Kraft wird nicht zwecklos hinausgesendet, denn die Weisheit Gottes hat für alles seine Bestimmung.“ (BD 1616)

 

Wilfried Schlätz: „Der BD-Jesus hatte keine vollkommene menschliche Natur, da er weder eine echte Naturseele, noch einen echten irdischen Materieleib besaß.“ (WS)

„Seine Seele war rein und makellos, sie kam aus den höchsten Lichtsphären in die finstere, sündige Welt“ (BD). „Die nie gefallene Engels-Seele0 des BDJesus war nicht läuterungsbedürftig. In ihr wohnte und wohnt nicht das persönliche, ungeschaffene Gottheits-ZENTRUM, weil dies bei BD gar nicht existiert!“ (WS)

 

Kommentar: Dass das Gottheits-Zentrum in der Offenbarung durch Dudde existiert, ist oben schon durch Zitate bewiesen.

Was aber die Seele Jesu betrifft, so ist Seele und Seele ist nicht immer das gleiche in den Offenbarungsschriften. Wer da nur nach dem Buchstaben urteilt, wirft einiges durcheinander und kommt zu einem Fehlurteil. Jesus sagt durch Jakob Lorber:

„(Der Vater), der Mich gesandt hat, war zwar in Mir, wie Ich in Ihm, aber Er war der Geist Gottes als Vater von Ewigkeit; Ich aber war und bin dessen Seele. Diese besitzt zwar ihre eigene Erkenntnis und Fähigkeit, als die höchste Seele und die vollendetste Seele aller Seelen; aber dennoch durfte diese Seele nicht tun, was sie wollte, sondern nur, was Der wollte, von dem sie ausgegangen ist.“ (EM 70,8)

 

Jesus sagt: „Weder Jehova in Mir, noch Ich Seele als Dessen ewiger Sohn, sondern allein dieser Leib als des Menschen Sohn wird getötet werden in Jerusalem, aber am dritten Tage als völlig verklärt auferstehen und dann für ewig eins sein mit Dem, der in Mir ist und Mir alles offenbart, was Ich als Menschensohn zu tun und zu reden habe.“ (5.GEJ 246,17)

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Die Seele Jehovas ist der ewige Sohn oder das Licht oder die Weisheit. Diese war rein und makellos, wie der Vater durch B.Dudde sagt. Die Seelenbegriffe, wie sie oben durch die Offenbarungen durch Dudde und Lorber zitiert werden, sind identisch und stimmen überein, auch wenn es nach dem Buchstaben nicht so aussieht. Allein der Geist macht lebendig. Die Naturseele, die nicht rein ist, die Jesus auch hatte, darf damit nicht verwechselt werden.

 

Was den Materieleib Jesu betrifft, so war das auch in der Offenbarung durch Dudde ein echter materieller Leib, aber er war durch den Heiligen Geist geistig auf reinste Weise gezeugt worden. Dadurch war der Leib nicht sündhaft belastet wie bei anderen Menschen, die durch die begierliche Zeugung und weiteren Nachzeugungen gezeugt wurden. Das ist das, was durch Dudde wegen dem Fleischleib Jesu ausgedrückt werden sollte.

Auch Maria ist schon auf geistige Weise, wenn auch nicht auf gleiche Art, gezeugt worden. Ohne diese beiden geistigen Zeugungen hätte Jesus Sein Erlösungswerk nicht vollbringen können.

 

Herzliche Grüße

 

Gerd

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Kommentar von Gerard: Vielen Dank für diese aufschlussreiche  Erörterung, Gerd.  Dazu habe ich mir noch einige Bibeltexte herangeholt, um den oben beschriebenen Zusammenhang zusätzlich zu betonen, in bezug auf die Sündenlosigkeit von Jesus. 

 

Maria wurde genährt durch das Göttliche Blut, und so wurde auch der Leib von Jesus ohne Sünde! Er war nach (1 Petr. 1:19) das Lamm, das makellos war (Hebr. 9:14). Jesus war deshalb nicht erst nach Seinem Leiden, Kreuzsterben und Auferstehung ohne Sünde und heilig, sondern das war Er schon vorher! Die Apostelgeschichte 4 : 27 und 30 schreibt zweimal über ‘Dein Heiliges Kind’, was darauf hindeutet, dass Er ab Seiner Geburt heilig, rein, frei von Sünde und frei von Verunreinigungen war. Daraufhin sagt Johannes in 1 Johannes 3:5: “Und ihr wisst, das Er erschienen ist, damit Er unsere Sünde wegnehmen wurde; und keine Sünde ist in Ihm.‘

Eben weil keine einzige Spur von Sünde in Ihm anwesend war als unserem Heiland, ist Er gerade in der Lage, Sünder zu retten. Pilatus’ Frau warnte ihn: ‘Habe doch nichts zu schaffen mit diesem Gerechten Menschen‘. (Matth. 27 : 19). Ein Verbrecher an einem Kreuz neben Jesus sagte: ‘Dieser Mann hat nichts Unpassends getan‘. (Luk. 23 : 41). Auch die Pharisäer konnten keine Schuld an Ihm finden, und  suchten vergeblich nach falschen Zeugen, um Ihn verurteilt zu bekommen. (Matth. 26 : 59  

 

 

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JAKOB LORBER

 

      

           Einige Bemerkungen zur Frage:

Stimmen Jakob Lorber und Berta Dudde überein?

 

                                                   von Marianne Gies-Ruffing

 

„Ja“, sagt G. Kujoth [GK] in 3 Beiträgen des BI 2017. [Nr. 18, 19, 20]

Seine These: Berta Dudde [BD] ist eine echte Offenbarung, denn sie stimmt mit der Lorberoffenbarung überein.

GK in BI Nr.18, S.19: “Wenn man genau liest, wird in der Lorberoffenbarung dasselbe ausgesagt wie bei L. Engel und B. Dudde.“ Stimmt das?

 

Die behauptete Übereinstimmung von Lorber und Dudde soll anhand der Texte überprüft werden, die der Autor als Beweise für seine These benennt. Ich betone: Es kann hier nur die Darstellung Duddes aus der Sicht Kujoths betrachtet werden, es wird nicht überprüft, ob GK Dudde korrekt dargestellt hat.

 

These 1: Jesus ist ein Lichtwesen, ein geschaffener Engel

Argument: „Es wird auch in der Lorberoffenbarung gesagt, dass der himmlische Vater sich vor Jesus durch einen Engel den Menschen gezeigt hat.“ [BI, Nr.18, April 17, S.18]

Der Autor übersieht hier ein entscheidendes Wort: „vor“

Es ist doch ein elementarer Unterschied, ob Gott sich vor seiner Einfleischung in und als Jesus eines Engels bediente, oder ob Jesus selbst ein geschaffener Engel war, wie von Dudde behauptet.

Ja, vor der Inkarnation in und als Jesus musste sich Gott eines Geschöpfes (Engels) bedienen, um sich für seine an die Materie gebundenen Geschöpfe schaubar zu machen. Seit Seiner Einfleischung in und als Jesus ist die Vermittlung durch einen Engel nicht mehr nötig, da Er ja selbst Materie angenommen hat und so für die Menschen schaubar wurde.

Nie und an keiner Stelle des Lorberwerks wird gesagt, dass Jesus ein geschaffener  Engel war, sondern es wird immer betont, dass er von Urewigkeit Gott war. Ein Beispiel für viele gleichbedeutende Aussagen:Ich aber, als Mensch Jesus und doch Gott von Ewigkeit her“. [ 11GEJ 16,3]  

Ergebnis: Keine Übereinstimmung von Lorber und Dudde.

 

These 2  Hauptthese: Es gibt kein menschlich geformtes Gotteszentrum

 

Argument 1: Gott kann nicht personifiziert werden, er ist unpersönlich. [BI, Nr.18, April 17, S.19] Die Begründung: Bei L. Engel [11GEJ 75,9] steht: “Gott war, bevor die Einkleidung ins Fleisch als Jesus geschah, unpersönlich.“ Ich zitiere weiter: “Daher konnte auch niemand zu seiner Anschauung gelangen, sondern nur zu der Empfindung Seines Wesens, das naturgemäß sich allein als Licht bemerkbar machen konnte, da Gott selbst pures Licht ist“. [BI Nr.18, S.18]

 

Diese Stelle gab schon öfter Anlass zu Zweifeln über die wahre Natur Jesu. Heißt das nun etwa: Jesus war nur ein Mensch, der sich hochgearbeitet hat und nun Gott „wurde“? GK zitiert BD 8250: „Das [unpersönliche, formlose] Urwesen Gottes nahm Aufenthalt im Menschen Jesus und also wurde Gott „Mensch“. [BI Nr.19, S.14] Hat Engel auch dieses Gottesbild, steht er im Gegensatz zum restlichen Lorberwerk?

Bei Zweifeln über den Sinn einer Textstelle gibt es einen guten Weg: Man muss jedes einzelne Wort darin ernst nehmen, darf nichts auslassen, was den Sinn verändern könnte, und muss vor allem den übrigen Text des Autors prüfen (Kontext), ob er die eigene Auslegung auch bestätigt.

 

Das Ergebnis dieser Prüfung:

Engel sagt 1: bevor die Einkleidung ins Fleisch […] geschah, war Gott unpersönlich. Das macht nur Sinn, wenn er sagen will: „Gott war seit der Einkleidung als Mensch persönlich“.  [GEJ 11,75,9]  

Engel sagt 2.: „bevor die Einkleidung ins Fleisch als Jesus geschah“. Als ist eine gleichsetzende Konjunktion, die aussagt: Gott ist gleich Jesus.

 

Heißt nun „unpersönlich“ bei Engel dasselbe wie bei Dudde: formlos?

Engel versteht 3. unter „unpersönlich“: „nicht in die Materie eingekleidet“. Der Sinnzusammenhang dieser Textstelle ist, dass Engels erklärt, warum die alten Religionen in Indien und Ägypten Gott nicht voll erkennen konnten. Weil die Geschöpfe durch den Fall an die Materie gebunden waren und daher nur sein Außenwesen, seine  Ausstrahlung als Licht empfinden konnten. Sein Innenwesen, sein persönliches Zentrum war erst schaubar seit seiner Inkarnation als Mensch.

Als Ergänzung zu 1. und 2.: Ist Jesus zweifelsfrei bei Engel Gott selbst, nun in die Materie eingekleidet? Um ganz sicher zu gehen, soll der größere Textzusammenhang bei Engel zu Rate gezogen werden.

 

4. Engel zitiert schon zu Beginn des 11. Bandes Jesus: „Ich aber, als Mensch Jesus und doch Gott von Ewigkeit her“. [11 GEJ,16,3] Jesus zu Luzifer: „ Ich [Jesus] schlug dich [Luzifer] in Fesseln, und siehe, dieselbe Kraft steht hier vor dir in Person und sagt dir: Ich bin der bisher nicht sichtbare Gott! Erkennst du mich nun?“ [10] Und in Vers 15: „Aus Liebe zu den Geschöpfen Meiner [!] Himmel und Erden kam Ich wieder und werde aus Liebe zu ihnen das Werk vollenden, trotz deiner [Luzifers] Hartnäckigkeit!“

 

Diese wenigen Beispiele zeigen, was Engel wirklich meinte, als er sagte: Gott war, bevor die Einkleidung ins Fleisch als Jesus geschah, unpersönlich“.

These Engel: Jesus ist Gott von Ewigkeit her, nun sichtbar, weil in Materie eingekleidet.

Daher konnte Engel auch, ohne sich zu widersprechen, fortfahren: „Als der Mensch Jesus nun die Personifizierung Gottes wurde“ [immer noch 11 GEJ, 75,9].

Der aufmerksame Leser weiß, was er damit sagen wollte: „Ich aber, bisher für die materiellen Menschen nur als Licht wahrnehmbar, weil nicht in Materie gekleidet [„unpersönlich“], bin nun  ein sichtbarer Mensch [Jesus] und doch Gott von Ewigkeit her.“

Ergebnis: keine Übereinstimmung von Engel und Dudde. Gott kann personifiziert werden und hat sich in und als Jesus personifiziert.

 

Argument 2 des Autors für die Unpersönlichkeit Gottes [BI Nr.18, S.18f]. Er zitiert Engel [GEJ 11, 75,10]: “Nach dem Falle Luzifers, als die materielle Welt in die Erscheinung trat, war allerdings die geistige Sonne geschaffen worden als Sitz der Gottheit […] und für den leiblichen Menschen ist, solange seine Seele an diesen Leib gebunden war, vor Meinem irdischen Leben [als Jesus] diese geistige Sonne nicht sichtbar geworden […] jetzt jedoch auch dem Menschen, der an mich glaubt.

Wieso soll diese Stelle die Unpersönlichkeit, Formlosigkeit Gottes beweisen? Die geistige Sonne wird hier als Sitz der Gottheit bezeichnet, nicht als Gott selbst. Außerdem sagt Jesus hier, dass seit seiner Einkleidung in die Materie dem gläubigen Menschen diese Sonne sichtbar, schaubar wurde – weil Gott in Ihm, Jesus, schaubar geworden war, weil Gott in Jesus personifiziert war!

Ergebnis: keine Übereinstimmung von Engel und Dudde.

 

Argument 3: Der Autor begründet, warum Gott unpersönlich sein müsse.  Weil Gott die Liebe sei, könne er keine Form haben. „Gott der Vater oder die Liebe war wohl ein Wesen, aber ohne die menschliche Form, denn unter „Liebe“ kann man sich keine Form vorstellen.“[BI Nr.18, 2017, S.19]

 

Wäre dies ein stichhaltiges Argument für die Formlosigkeit Gottes, dürfte auch Jesus keine Form haben, denn er sagt unter anderem von sich: „Ich bin die Wahrheit, Ich bin das Leben.“ Und dass Jesus formlos sei, will GK sicher nicht behaupten. Das sind doch nur Eigenschaften Gottes, die seine Menschenform nicht ausschließen.

 

Kujoths Fazit: „Wenn man genau liest, wird in der Lorberoffenbarung dasselbe ausgesagt wie bei L. Engel und B. Dudde.“ [BI Nr.18,2017, S.19]

 

Mein Fazit: Wenn man die bisher gebrachten Argumente des Autors mit seinen „Beweistexten“ vergleicht, gibt es keine Übereinstimmung zwischen Lorber, Engel und auf der anderen Seite Dudde.

 

Argument 4: Das Gotteszentrum ist form- und namenlos.

Als Antwort auf seine selbst gestellte Frage, ob es ein „menschlich geformtes Gotteszentrum“ [so in BI Nr.18, 2017, S.19] gebe, zitiert der Autor in BI Nr.19 vom Mai 17, S.12 aus der Haushaltung Gottes Band 1,5,2: „Die Gottheit war von Ewigkeit her die alle Unendlichkeit der Unendlichkeit durchdringende Kraft und ist und wird sein ewig die Unendlichkeit Selbst In der Mitte ihrer Tiefe war Ich von Ewigkeit die Liebe“.

Daraus schließt er: „Das Gotteszentrum ist ein Flammenmeer, ein Kraftfeld, welches die Liebe oder der Vater ist, der keine Form besitzt und namenlos ist“. [BI 2017, Nr.19, S.13]

 

Kommentar: Ich kann doch nur eine Person sagen und Mitte ist identisch mit Zentrum. Gott spricht hier von seinem unendlichen, grenzenlosen Außenwesen, das aber ein Zentrum [Innenwesen] hat. Im Zentrum der unendlichen Gottheit steht ein Ich. Außerdem  ist ein formloses  = unbegrenztes Zentrum ein Widerspruch in sich. Etwas Unbegrenztes Endloses kann nicht gleichzeitig ein Zentrum sein! Wovon?

 

Als weiteren Beweis für seine These, das Gotteszentrum sei formlos und namenlos [Nr.19, S.13], gibt GK eine Stelle  aus dem Großen Johannesevangelium an: 3GEJ,226,11f. Aber was steht nun genau in dieser Stelle?

 

Jesus: „Niemand aber wird je zu Mir in Meinem Reiche kommen, wenn er nicht vom Geiste aus Mir gezogen wird! Wer aber ist dieser Geist? Dieser ist der Vater von Ewigkeit, der euch zu Mir hinziehen wird. [11]  Dieser Geist ist namenlos, aber sein Wesen ist die Liebe. Habt ihr diese, so habt ihr auch den Geist, - habt ihr aber den Geist, so habt ihr auch Mich; denn Ich, der Vater und der Geist sind Eines!“ [12]

Hier wird Lorber zu Unrecht zum Zeugen angerufen!  Das Zentrum ist hier doch eindeutig Jesus in seiner Göttlichkeit. Der „Geist aus Mir [Jesus] = der Vater = die Liebe: „denn Ich [ Jesus], der Vater und der Geist sind Eines“ – nämlich das Zentrum Gottes in Menschengestalt und damit weder form- noch namenlos.

 

Einen weiteren Beweis, dass das Gotteszentrum keine menschliche Form besitze, sei in einem Dialog Jesu mit Robert Blum zu sehen: [RB 2, 283,13] Jesus: „Ich selbst bin im Grunde des Grundes diese Sonne, aber dennoch ist ein Unterschied zwischen Mir und Ihr. Ich bin der Grund [ Zentrum]und diese  Sonne ist gleich einer Ausstrahlung [unendliches Außenwesen] Meines Geistes.“ [BI, Nr. 19, S.13f ] Jesus verortet sich selbst als Zentrum der Sonne. Der Begriff „Grund“ bedeutet das gleiche wie Zentrum, und dieses Zentrum hat Menschengestalt und ist Jesus.

Ergebnis: In dem was Jesus zu Robert Blum sagt, wird geradezu bestätigt, dass das Gotteszentrum menschliche Form besitzt – und zwar in Jesus.

 

Das gleiche in 1GS 60,1-20. Laut Kujoth könne die „ewige Liebe und Weisheit“ [das formlose Gotteszentrum, der Vater] „nur in den Strahlen aus der Gnadensonne ihren Kindern persönlich erscheinen“. [Nr.19,S.14] Stimmt das?

Wir vergleichen: 1GS 60,16: Jesus: „Wie unvollkommen glücklich wärst du und ich, wenn es mir nicht möglich wäre,  Mich selbst als Vater überall hin in Meiner ganzen Fülle wesenhaft zu versetzen?“

 

Auch hier ist das Gotteszentrum alles andere als formlos. Jesus ist der Vater, Er ist das Zentrum, Er hat Menschengestalt! Der Apostel Johannes zu seinen Begleitern:

 

„Aber in dem Namen Jesus bezeichnet ihr das vollkommene, mächtige, wesenhafte Zentrum Gottes – Jesus ist der wahrhaftige, allereigentlichste wesenhafte Gott als Mensch, aus Dem erst alle Gottheit , welche die Unendlichkeit erfüllt, als der Geist Seiner unendlichen Macht, Kraft und Gewalt gleich den Strahlen aus der Sonne hervorgeht – Jesus ist demnach der Inbegriff der gänzlichen Fülle der Gottheit.“ [2GS 13, 3+2]

 

Hier wird gerade das Gegenteil von dem behauptet, was Dudde sagt. Bei Dudde ist ein formloses, gestaltloses Gottwesen [als „Gotteszentrum“] in den Menschen Jesus eingeflossen, der sich dann zu Gott hoch entwickelt hat. Johannes dagegen bekennt Jesus als der „allereigentlichste wesenhafte Gott“, aus dem erst alle Gottheit [unendliche Macht, Kraft und Gewalt] ausstrahlt!

 

Im Aprilheft des BI [Nr. 18, S.18] hatte der Autor noch die Frage gestellt: „Gibt es wirklich ein menschlich geformtes Gotteszentrum?“ Und sie mit Nein beantwortet, wie oben dargestellt.

Im Juniheft des BI [Nr.20, S.20ff] greift er nochmals das Thema „Gotteszentrum“ auf, sieht einen Widerspruch zu W. Schlätz und stellt fest: „Dass das Gottheitszentrum in der Offenbarung durch Dudde existiert, ist oben schon durch Zitate bewiesen.“[S.21]

 

Was ist hier passiert? Stimmen Lorber und Dudde doch überein, hat. G. Kujoth seine Einschätzung revidiert oder muss W. Schlätz sich korrigieren, weil neue Fakten aufgetaucht sind? Nichts von alledem. W. Schlätz hat allein in diesem einen Artikel [Mai 17, S.15-18] fast gebetsmühlenartig vorgetragen, was er (WS) unter Gotteszentrum versteht: Ein Zitat für fast 20 gleichbedeutende Zitate von Schlätz: „Aber der echte Jesus allein ist das ungeschaffene, endliche, menschlichgeformte, wesenhafte, persönliche ZENTRUM GOTTES, aus dem erst alle unendliche Gottheit ausstrahlt.“

Dies ist die Definition des Gotteszentrums bei Schlätz. Für den Autor scheint diese Definition gar nicht zu existieren, oder sie hat keinerlei Bedeutung für ihn. Ein einziges Mal sagt Schlätz in diesem Artikel etwas verkürzt: „Die BD-Gottheit wird zwar ausgestrahlt, aber es fehlt das Gottheitszentrum“. [Nr.19,S.16]  Genau dieses einzige verkürzte Zitat greift nun G. Kujoth auf, um seine These Lorber = Dudde zu „untermauern“.

 

Er zitiert sogar nochmals Schlätz: „In ihr [der nie gefallenen Engelsseele des BDJesus] wohnte und wohnt nicht das persönliche ungeschaffene GottheitsZentrum, weil dies bei BD gar nicht existiert!“ (WS), und fährt dann unbeeindruckt fort:

G. Kujoth: „Kommentar: Dass das Gottheitszentrum in der Offenbarung durch Dudde existiert, ist oben schon durch Zitate bewiesen.“

Hier wird die Worthülse „Gottheitszentrum“ mit einander ausschließenden Inhalten gefüllt.

 

Zur Erinnerung: Definition Kujoth: „Das Gottheitszentrum ist ein Flammenmeer, ein Kraftfeld, welches die Liebe oder der Vater ist, der keine Form besitzt und namenlos ist.“ [ Nr.19, S. 13]

 

Fazit:

Das einzige, was hier bewiesen ist: Ein größerer Gegensatz des Gottesbegriffes zwischen Lorber und Dudde (Lorber: persönliches ungeschaffenes Gottheitszentrum, personifiziert in und als Jesus. Dudde: Gott ist formlos, namenlos, nicht personifizierbar, Jesus als Engel – Mensch) ist eigentlich fast nicht vorstellbar.

Ergebnis: keine Übereinstimmung zwischen Lorber und Dudde.

 

Es ist mir wirklich unbegreiflich, wie ein ausgewiesener Lorberkenner diese und all die anderen vielen Textstellen im Lorberwerk (sie können hier aus Platzmangel nicht ausdrücklich aufgezählt werden), die Gott als Urmensch bezeugen, einfach wegdrängen kann.

 

Wenn die Dudde-These zuträfe: „Es gibt kein menschlich geformtes Gotteszentrum“, dann müssten weite Teile des Lorberwerks als Fälschung bezeichnet und ausgesondert werden, und zwar ausgerechnet die zentralen Stellen über das Wesen Gottes. Auch alle Stellen, wo Gott in der ICH-Form spricht, wenigstens für die Zeit vor Jesus. „ICH“ war, ist und bleibt ein Personalpronomen. Es steht für (pro) eine Person (Nomen), nicht für ein formloses Wesen!!! Der angeblich form – und namenlose Vater kann nicht „ICH“ sagen. Er tut es im Lorberwerk aber ständig, und zwar von Anfang an. Warum? Weil Er nicht formlos ist und Menschengestalt hat. W. Schlätz hat hier das hilfreiche Bild geprägt vom unendlichen Außenwesen Gottes, das formlos, unendlich, allmächtig ist, und dem „begrenzten“ Innenwesen Gottes, dem Gotteszentrum , dass von Urewigkeit ein Mensch ist und durch die Inkarnation Gottes in und als Mensch den Menschen schaubar und erlebbar wurde, getreu der Aussage bei Lorber: „In sich selbst und für sich aber ist Gott von Ewigkeit her ein Mensch, zu dessen Ebenbild der Mensch von Ihm erschaffen wurde“. [6GEJ, 88,3] Eindeutiger geht es nun wirklich nicht mehr!

 

These 3: Gott war in Jesus und Jesus wurde für immer Gott.

Kujoth: „In den B.Dudde-Offenbarungen wird ganz klar gesagt, dass Gott in Jesus war und dass der Mensch für immer Gott wurde“. Dudde: „Mein  [formloses und gestaltloses] Urwesen hatte sich in ihm [dem Engel - Menschen Jesus] manifestiert“. [Nr. 19, Mai 17, S.14]

 

Aber es wird an keiner zitierten Stelle bei Dudde gesagt, dass Jesus Gott war von Urewigkeit. Dies ist der elementare Unterschied zum Gottesbild im Lorberwerk. Dort ist Gott von Urewigkeit in seinem Zentrum auch Mensch, Urmensch und in und als Jesus schaubar geworden. Auch die Bibel lässt keinen Zweifel, dass in Jesus Gott selber herabgestiegen ist, Mensch wurde und in unendlicher Demut das Erlösungswerk am Kreuz vollbracht hat. Und nicht eines seiner Geschöpfe geschickt hat!  

 

Außerdem wird genau diese von Dudde postulierte Verbindung zwischen einem formlosem unendlichen Wesen (Gott) und einem endlichen Menschen (Jesus) im Lorberwerk von Jesus selbst als unmöglich bezeichnet. Der Herr in der Herberge am Ölberg: “Wie aber kann da eine vollkommene göttliche Verwandtschaft oder eine wesentliche Einheit zwischen einem Geiste ohne Leib und Form und einem Geiste mit Leib und Form bestehen? Kann von dem Sohne, der eine leibliche Person ist und, wie ihr sehet, einen Körper hat, gesagt werden, dass er in dem Vater sei, wenn der Vater keinen Leib, keine Gestalt und keine Form hat? [wie das Urzentrum, Kraftfeld bei Dudde!] Oder kann der leib-, gestalt – und formlose unendliche Vater im Sohne sein?“ [ 8 GEJ 26,13]

 

Wenn man Dudde folgen wollte, müsste man eigentlich sagen: Dudde ist die echte Offenbarung und Lorber ein falscher Prophet. Das wäre ehrlich!

Ob die „Seelenbegriffe bei Dudde und Lorber, wie sie oben zitiert werden, „identisch“ sind, wie G. Kujoth meint (im Juniheft), kann aus Zeitgründen hier nicht untersucht werden.

 

Zusammenfassung:

Es wurde hier nicht geprüft, ob Dudde eine echte Offenbarung ist, das bleibe jedem Leser selbst überlassen.

 

Aufgrund der hier vorgestellten Texte kann nicht behauptet werden, B. Dudde sage das gleiche wie Lorber und Engel. Es konnte bei genauerer Prüfung der vorgelegten Lorbertexte keine Übereinstimmung in wesentlichen Punkten festgestellt werden. Letztlich geht es um die Frage aller Fragen: „Wer ist Jesus Christus?“ Bei Dudde ist das Gotteszentrum formlos, unpersönlich und hat ein Geschöpf zur Erde geschickt, das die Menschheit erlöst hat und zu Gott wurde. Bei Lorber ist Jesus kein Engel, sondern Gott von Urewigkeit. Er hatte  schon von Urewigkeit her Menschengestalt, wurde in und als Jesus schaubar und hat als Gott und Mensch die Welt erlöst. Dies sind zwei unterschiedliche Gottesbilder, und daher kann es auch in wesentlichen Punkten keine Übereinstimmung geben.

 

Wichtige Anmerkung: Jeder Autor, egal, wie er auch immer heißt, hat den Respekt verdient, dass man seine Aussageabsicht erst einmal möglichst genau herauszufinden versucht. Dazu darf man sich nicht mit isolierten Worthülsen oder Satzfragmenten zufrieden geben, in die man dann seine eigenen Vorstellungen hineinlegt. Der Sinn ergibt sich oft erst im Zusammenhang mit dem übrigen Text, wie oben gezeigt wurde. Erst wenn die Aussageabsicht durch den größeren Zusammenhang zweifelsfrei geklärt ist, sollte die eigene Einordnung erfolgen. Dann, und erst dann, ist auch eine Diskussion möglich. Dann und erst dann ist auch ein Erkenntnisfortschritt möglich.

 

Die hier geübte Vorgehensweise, vor allem im Juniheft [2017], erlaubt keine wirkliche Auseinandersetzung.

 

 

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