Das Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum

                                                          

 (Luk 13,6 – 9)

 

                                                       von Wilfried schlätz

 

[JJ.01_152,16][Jesus zu Cyrenius:) Aber den Feigenbaum bei den Kindern, den Ich schon zu den Zeiten Abrahams pflanzte in [Jeru-]Salem – einer Stadt, die Ich im Melchisedek mit Meiner eignen Hand erbauet habe –, werde Ich verfluchen, darum er nichts als Blätter trägt!

[JJ.01_152,17] Wahrlich, Mich hat es noch allzeit gehungert! Viele Male ließ Ich den Baum in Salem durch gute Gärtner düngen, und dennoch trug er Mir keine Frucht!

[JJ.01_152,18] Darum aber solle auch, ehe ein Säkulum verrinnen wird, die Stadt, die Meine Hand für Meine Kinder erbauet hat, durch euch Fremdlinge [Römer] fallen; deines Bruders Sohn [Titus = Sohn des Augustus] solle das Schwert gegen [Jeru-]Salem ergreifen!

 

[RB.01_096,02] Denn es gibt Menschen, die unmittelbar aus Mir hervorgegangen sind, daneben aber auch andere Menschen, die mittelbar von Mir geschaffen worden sind. Die unmittelbar aus Mir Hervorgegangenen sind die eigentlichen Gotteskinder, in deren Herzen denn auch die reine Gottesliebe wohnt und aus ihr heraus die wahre Erkenntnis Gottes. Die mittelbar Geschaffenen aber sind Kinder der Welt, gezeugt vom Satan aus der Hölle. Diese letzteren sind von Mir aber auch berufen zur wahren Erkenntnis und zur wahren reinen Liebe. Ihretwegen habe Ich hauptsächlich das Werk der großen Erlösung vollbracht. Eben dieser Menschen willen aber geschieht nun auch solches in der Welt und wird hier in Meinen Himmeln beraten. Und da meine Ich, dass in deinem Lobe noch etwas hätte angeführt werden können, das gewisserart einen Ausnahmezustand darstellt, bei dem Meine allgemeine Erschaffungs- und Führungsweise der Menschen einige nicht unbedeutende Veränderungen notwendig macht.

 

[RB.01_096,03] Ich werde dir davon einige Fälle vorstellen, und du wirst dann darüber urteilen. Und so höre:

 

[RB.01_096,04] Der Besitzer eines Gartens hat eine Menge große und kleine, edle und unedle Fruchtbäume gesetzt. Alle bekamen ein gleich gutes Erdreich, und womöglich die unedlen beinahe noch ein besseres als die edlen. Alle wurden mit großem Fleiße gepflegt, und es zeigte sich, dass manche unedlen viel üppiger wuchsen als die edlen. Ein solcher Wildling fiel wegen seiner Üppigkeit besonders auf, so dass der Gärtner ihm eine volle Hauptaufmerksamkeit zu schenken anfing; er pflegte ihn und erwies ihm alle Liebe. Aber es verstrich ein Jahr ums andere; während alle anderen Bäume Früchte brachten nach ihrer Art, blieb dieser stumm und brachte nichts als Blätter zum Vorschein. Da ward der Gärtner als Herr des Gartens endlich unwillig und sprach zu seinen Knechten: ,Ihr wisset, wie sehr ich diesen Wildling viele Jahre hindurch gepflegt habe, aber er hat mir noch keine Früchte gebracht; daher grabt ihn mit der Wurzel aus, zerhaut ihn in Stücke und werft ihn ins Feuer! Denn mich ärgert nun gewaltig dieser schale Baum! An seine Stelle aber setzet mir eine Weide zum Zeugnis, dass hier ein unfruchtbarer Baum jahrelang meine Liebe und Geduld mißbraucht hat!‘ – Da sagen die Knechte: ,Herr, lasse ihn noch ein Jahr; wir werden ihm einen Hauptast nehmen und werden ihm eine andere Erde geben. Wird er aber auch dann keine Früchte bringen, so soll ihm geschehen nach deinen Worten!‘ Der Herr des Gartens belobt die Geduld der Gärtnerknechte und lässt sie tun nach ihrer guten Meinung. Aber nach einem, nach zwei und endlich sogar nach drei Jahren bringt der Baum noch immer keine Früchte. Er setzt wohl Blüten an, dass man meinen sollte, der Baum werde endlich denn doch einmal mit seiner Frucht des Gärtners Mühe lohnen. Aber siehe, es kommt dennoch keine Frucht zum Vorschein.

 

[RB.01_096,05] Was meinst du, geliebte Helena, soll nun mit diesem schalen Baume geschehen? Soll Meine Androhung an ihm vollzogen werden oder nicht? Denn ernstlich gesagt, der Baum ist dem Gärtner schon längst über die Maßen zuwider geworden.

 

[RB.01_096,06] Unter dem ,Baum‘ aber verstehe jene Menschen, die da sind der Welt Kinder und von Mir alle Pflege und Wartung bekommen, aber dennoch außer Blättern und trügerischen Blüten keine Früchte der Liebe, der Demut und des Gehorsams bringen, indem ihr Herz und Sinn in aller Welt und im Wohlleben des Leibes begraben ist. Also sage Mir, was soll mit solchen Menschenbäumen geschehen, die da weder gute noch irgend arge Früchte zum Vorschein bringen, sondern zwischen den guten und schlechten Fruchtbäumen eine Art Schmarotzerbäume bilden, die bloß genießen, aber nie etwas Ersprießliches tun wollen? Wenn sie es auch scheinen, so ist aber doch alles ein Trug, denn ihr Sinn ist, wie ihre Liebe, geile Genuss-Sucht.“

 

Am 15. Dezember 1843 sagte Gott-als-Jesus-Christ durch das innere Wort zu Jakob Lorber, der in der deutschen Aufklärung als Schreibknecht Gottes zur Belehrung der Aufgeklärten eine Erklärungsoffenbarung bekam, über das Feigenbaum-Gleichnis: Lukas 13, Vers 6 bis 9. Siehe, im Lukas, Kapitel 13, vom 6.-9. Vers, steht ein Gleichnis von einem Herrn, der in seinem Weinberge einen Feigenbaum gepflanzt hatte, der aber drei Jahre hindurch keine Früchte tragen wollte! „Ich sage dir: ‚Dieses Bild enthält für jedermann Großes! – Jetzt ist seine Zeit!‘ –

 

Betrachtet es in euch, und wohl dem, der sich in diesem Bilde finden wird! Dieses Bild ist wie ein geheimer, verborgener Schatz. Wohl dem, der ihn findet! Doch nun ist's genug!

 

Mehr sage Ich dir nicht darüber, und du brauchst daher auch nicht Amen.“  [sehe bitte auch: HiG.02_43.12.15,04]


Anmerkung  G.:  Der  Herr  sagt  in  diesem  Zusammenhang  die  folgenden Worte bei ‚Robert Blum‘, in derJugend Jesu‘ und in ‚Himmel und Höllewie auch an anderem Stellen: Aber den Feigenbaum bei den Kindern, den Ich schon zu den Zeiten Abrahams pflanzte in Salem – einer Stadt, die Ich im Melchisedek mit Meiner eignen Hand erbauet habe –, werde Ich verfluchen, darum er nichts als Blätter trägt! Wahrlich, Mich hat es noch allzeit gehungert! Viele Male ließ Ich den Baum in Salem durch gute Gärtner düngen, und dennoch trug er Mir keine Frucht! Darum aber solle auch, ehe ein Säkulum verrinnen wird, die Stadt, die Meine Hand für Meine Kinder erbauet hat, durch euch Fremdlinge fallen; deines Bruders Sohn solle das Schwert gegen Salem ergreifen!‘ [JJ.01_152,16-18]

 

Bemerkung dazu: Der Herr lässt in diesem Zusammenhang die folgende Worte bei Robert  Blum  im   ‚Himmel  und  Hölle‘  darüber  aussprechen:  [.]  Was  aber  den fruchtlosen Feigenbaum betrifft, so stellte der Herr Jesus ohnehin nur ein Sinnbild auf, wahrscheinlich von der römisch-katholischen Kirche, die ja auch voll lauter heidnischer   Zeremonienblätter   ist,   hinter   denen   keine   Frucht   bemerkbar   ist.[RB.02_276,06]

 

Und ihr werdet dann gleichen jenem Feigenbaume, der fruchtlos dastand, während es Mich unter seinen Zweigen hungerte. Denn ihre Eltern sind solche Feigenbäume, eure Kinder aber sind die Frucht. Sind diese aber verdorben worden durch den bekannten „Dreher“, so oder so, da wird frühzeitig die Blüte und Frucht abfallen von den Zweigen. Und wird der Herr vorüberziehen und den Baum leer finden, so wird Er tun, was Er getan hat mit dem Feigenbaum! – Das merket euch wohl, ihr Eltern, und bedenket, wer Der ist, der euch solches sagt! [HiG.01_40.12.14,12]

[.] daß sie dadurch dann sich und die Welt in sich gar leicht werden erkennen, was gerade jetzt um so mehr not tut, da Meine siebente und letzte Ankunft knapp vor der Türe steht. Seht nur an den Feigenbaum, und ihr werdet es finden, daß es also ist! (Matth.24,32. Luk.21,29) und [HiG.03_41.01.02,40]

So muß die Reinigung und Läuterung des geistigen Seelenreichs vorgenommen werden, wie Ich es im Evangelium vom Feigenbaume sagte. Wenn er anfängt, seine Blätter zu treiben und saftig zu werden, so ist das die Vorzeit des Sommers, die Vorzeit der Entwicklungs- und Fruchtbildungsperiode, welche uns geistig an die Scheidungs- und Prüfungszeit erinnert, in der Rechenschaft über das den Menschen anvertraute geistige Gut gefordert werden wird. [PH.01_053,08]

Die Elementarereignisse, die Unglücksfälle und Krankheiten, welche dieser Zeit vorangehen, sind die letzten Versuche, noch zu retten, was zu retten möglich ist, damit nicht alle im Schlamm des Egoismus ersticken. Nur durch Unglück und herbe Schicksalsschläge wird das stolze Menschenherz mürbe. [PH.01_053,09]

‚Und des anderen Tages, da sie von Bethanien gingen, hungerte Ihn. Und er sah einen Feigenbaum von ferne, der Blätter hatte; da trat er hinzu, ob er etwas darauf fände, und da er hinzukam, fand er nichts denn nur Blätter, denn es war noch nicht Zeit, daß Feigen sein sollten. Als er aber des Morgens wieder in die Stadt ging [Jerusalem] , hungerte Ihn; und er sah einen Feigenbaum am Wege und ging hinzu und fand nichts daran denn allein Blätter und sprach zu ihm: Nun wachse auf dir hinfort nimmermehr eine Frucht! Und der Feigenbaum verdorrte alsbald. [Matth. 21:18,19]

 

Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Nun esse von dir niemand ewiglich! Und seine Jünger hörten das. Nun wachse auf dir hinfort nimmermehr eine Frucht! Und der Feigenbaum verdorrte alsbald. [Markus 11:12-14, 20] - Und da das die Jünger sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so bald verdorrt? [Matth. 21: 18,19,20] - Und am Morgen gingen sie vorüber und sahen den Feigenbaum, daß er verdorrt war bis auf die Wurzel. Und Petrus gedachte daran und sprach zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. [Mark. 11:20] - Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberge; und er kam und suchte Frucht darauf, und fand sie nicht. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang alle Jahre gekommen und habe Frucht gesucht auf diesem Feigenbaum, und finde sie nicht. Haue ihn ab! was hindert er das Land? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, laß ihn noch dies Jahr, bis daß ich um ihn grabe und bedünge ihn, ob er wolle Frucht bringen, wo nicht so haue ihn darnach ab. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; welcher Baum nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und in das Feuer geworfen. [Lukas 3:9]

 

Hier

sagt

Jesus

eigentlich

voraus,

dass

ab

dem

Moment,

als

der

Feigenbaum

verdorrt war, die geistige Winterperiode gekommen war. Dies wird in einer Zeit  der

Bedrängnis sein, die die Menschheit noch nie gekannt hat, seit der Erschaffung

des Menschen. Aber der Herr wird dann zurückkommen, wenn der Feigenbaum

mit seinen Zweigen wieder zart werden und  Blätter tragen wird.

Erst dann wird Er zurückkommen. (Markus 13:28 ff.) - [Anmerkung: Oben erwähnter Feigenbaum sollte nicht verwechselt werden mit einem 30 jährigen alten, verdorrten Feigenbaum, der später wieder gedeihen wird]

 

 

Jesus durch Jakob Lorber: „Ein evangelisches Zeichen der Zeit

"Siehe, im Lukas 13. Kapitel vom 6. bis 9. Vers steht ein Gleichnis von einem, der in seinem Weinberge einen Feigenbaum gepflanzt hatte, der aber durch drei Jahre keine Früchte tragen wollte! –

 

Ich sage dir: Dieses Bild enthält für jedermann großes; jetzt ist seine Zeit! Betrachtet es in euch, und wohl dem, der sich in diesem Bilde finden wird! -

Dieses Bild ist wie ein geheimer, verborgener Schatz; wohl dem, der ihn findet! Nun ist`s genug, denn mehr sage Ich dir nicht darüber, und du brauchst daher auch nicht mehr zu schreiben; daher genug! Amen." 2)

 

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